Hohe Verspätungen, Teilausfälle, überfüllte Züge und stehengelassene Fahrgäste: Die aktuelle Situation auf der Regionalzugstrecke zwischen Frankfurt und Kassel infolge von Bauarbeiten der Deutschen Bahn ist aus Sicht des Nordhessischen VerkehrsVerbunds inakzeptabel.
Seit Anfang März kommt es, wie angekündigt, wegen Bauarbeiten der DB InfraGO auf dieser Bahnstrecke zu Zugausfällen. Das Ersatzkonzept sieht vor, dass Fahrgäste entweder Busse nutzen, die als Ersatz für die Züge fahren, oder auf andere, noch verkehrende Zugverbindungen ausweichen. Doch aufgrund einer fehlerhaften Baustellenfahrplanung seitens der DB InfraGo kommt es zu Problemen, insbesondere auf dem Streckenabschnitt zwischen Schwalmstadt-Treysa und Kassel. Leidtragende der Situation sind somit vor allem Fahrgäste mit Start oder Ziel in Nordhessen.
So führten die hohen Verspätungen in der vergangenen Woche dazu, dass die Züge der Regionalzuglinie RE30 – anders als im Ersatzkonzept vorgesehen - den Streckenabschnitt zwischen Wabern und Kassel auf Grund von vorangegangener massiver Verspätung nicht mehr bedienten, sondern nur noch zwischen Wabern und Frankfurt pendelten. Die Folge: Fahrgäste wichen zwischen Kassel und Wabern auf die Züge der Linie RB39 aus, deren Kapazitäten dafür aber nicht ausgelegt sind. In den massiv überfüllten Fahrzeugen dieser Linie kam es zu Übergriffen von Fahrgästen auf das Fahrpersonal. In der Folge musste ein Zug teilweise geräumt werden. Der Nordhessische VerkehrsVerbund reagierte am Donnerstagnachmittag und vereinbarte mit den Verkehrsunternehmen erste Maßnahmen, um die Situation zu entspannen. So wurde u.a. festgelegt, dass auch bei hohen Verspätungen die Züge in jedem Fall bis Kassel-Wilhelmshöhe gefahren werden, selbst, wenn dadurch der Zug bei der anschließenden Fahrt in Richtung Frankfurt die hohe Verspätung beibehält oder die Fahrt in die Gegenrichtung sogar entfallen muss.
Des Weiteren bestellte der NVV Zusatzbusse für die Wochenenden, welche in Kassel-Wilhelmshöhe auf Abruf bereitstehen, um bei Kapazitätsproblemen oder bei Ausfall einzelner Ersatzverkehr-Leistungen bei Bedarf eingesetzt zu werden.
Zum Beginn der neuen Woche kam es erneut zu Problemen: Am Montagmorgen wurde die Sperrpause in Borken überzogen, was abermals zu massiven Verspätungen von bis zu zwei Stunden und somit zu Teilausfällen führte. Die Linien RE30 und RE98 verkehrten auf dem Streckenabschnitt zwischen Schwalmstadt-Treysa und Kassel entgegen den Absprachen vom Donnerstag nicht mehr.
Auch der Ersatzverkehr mit Bussen läuft nicht wie vorgesehen: So tauchen einige EV-Fahrpläne nicht in den Auskunftssystemen auf, und es werden mitunter im Ersatzfahrplan vorgesehene Halte nicht von den Bussen angefahren.
Der NVV steht mit den Verkehrsunternehmen, dem RMV und der DB InfraGo im Austausch und beobachtet die aktuelle Lage permanent. Der NVV erwartet von der DB InfraGo umgehendes Handeln, um die aktuell untragbare Situation für die Fahrgäste zu verbessern und wird weiterhin mit Nachdruck darauf hinwirken, dass ein stabiles und planbares Angebot sichergestellt wird.
