Mit der neugestalteten Haltestelle „Spangenberg Stadtmitte“ in der Frühmessergasse verfügt die Stadt Spangenberg nun über einen modernen und leistungsfähigen Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt Spangenberg, der Schwalm-Eder-Kreis und der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) freuen sich zudem, dass die Haltestelle barrierefrei umgebaut wurde. Davon profitieren Menschen mit Behinderung – ebenso wie Familien mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder Reisende mit schwerem Gepäck, die mit dem ÖPNV unterwegs sind.
Vom ZOB zur Haltestelle „Stadtmitte“
Aus dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ist mit der Neugestaltung die Haltestelle „Stadtmitte“ geworden. Die Namensänderung ist auf eine bessere Fahrgastinformation zurückzuführen. Für Fahrgäste soll mit dem Haltestellennamen eine bessere Orientierung zum Ort der jeweiligen Haltestelle gegeben sein. Zudem wurde bei der Ausstattung der Haltestelle Wert auf ansprechendes Sitz- und Anlehnmobiliar passend zum städtischen Mobiliar im öffentlichen Raum gelegt. Zuvor verfügte der ehemalige ZOB über vier Positionen in Sägezahnaufstellung, die nicht barrierefrei angefahren werden konnten. Die Haltestelle “Stadtmitte” ist nun so konzipiert, dass bis zu fünf Busse gleichzeitig halten und abgefertigt werden können. Dies ist insbesondere zur Mittagszeit von großer Bedeutung, wenn die Busse der Linie 400 von Fritzlar nach Hessisch Lichtenau zeitgleich mit dem Schulbusverkehr aufeinandertreffen. Durch die neue Anlage können diese Verkehrsströme geordneter und sicherer abgewickelt werden.
Neues NVV-Farbdesign
Neben einem neuen Namen gibt es weitere Neuerungen: Die Stadt Spangenberg und das zuständige Planungsbüro Heer aus Fritzlar waren offen für einen Farbtest, den der NVV angeregt hat. An der Haltestelle „Stadtmitte“ wird eine neue Farbe aus dem NVV-Corporate-Design getestet: Das dunkle Blau heißt “NVV-Dark” und wurde für die Namensschilder an den Haltestellenmasten sowie an den Fahrplanvitrinen verwendet.
Der barrierefreie Ausbau in der Stadtmitte
In Spangenberg wurde im Zuge der kompletten Neugestaltung die Haltestelle nach aktuellen Standards mit 22 Zentimeter hohen Sonderborden umgebaut. Diese ermöglichen das Ein- und Aussteigen aus den Linienbussen mit Rollstuhl, Gehhilfe oder Kinderwagen ohne die Nutzung einer Klapprampe. Die neugestaltete Haltestelle ermöglicht nun allen Fahrgästen einen einfacheren und sichereren Zugang zum ÖPNV. Auch Menschen mit Sehbehinderungen profitieren von der neuen Anlage: Dank der verlegten Noppen- und Rippenplatten, die als Leitsystem dienen, kann der öffentliche Nahverkehr nun besser und sicherer genutzt werden. Zudem wurden moderne Anzeiger für die Dynamische Fahrgastinformation (DFI) installiert, die mit einem “Text-to-Speech-Taster" die Möglichkeit bieten, die Informationen auf der Anzeige vorlesen zu lassen und eine Orientierung zu den Abfahrtpositionen zu geben.
Der barrierefreie Ausbau im Stadtgebiet
Neben der Neugestaltung der Haltestelle “Stadtmitte” in Spangenberg werden weitere Haltestellen im Stadtgebiet barrierefrei ausgebaut. Für folgende Haltestellen soll eine Förderung beantragt werden: „Spangenberg-Schnellrode“, „Spangenberg Schloss“ sowie „Spangenberg Hospital“ und „Spangenberg Neustadt“. Die Haltestelle „Spangenberg Kindergarten“ ist bereits mit Sonderbord für einen barrierefreien Einstieg ausgestattet. Dort wird noch ein Fahrgastunterstand ergänzt.
Die Kosten für den Umbau
Die Baukosten für die neue Haltestelle “Stadtmitte” beliefen sich auf etwa eine Million Euro. Der Umbau der Haltestelle verlief planmäßig und für die Bauarbeiten zum barrierefreien Umbau konnte eine Förderung in Höhe von 80 Prozent durch das Land Hessen in Anspruch genommen werden. Im Zuge der Bauarbeiten wurden zudem weitere wichtige Maßnahmen umgesetzt. So erfolgte im Bereich der neuen Haltestelle die Erneuerung der Wasserleitung sowie Arbeiten am Kanal. Durch die Zusammenlegung der Maßnahmen konnten Synergien genutzt und zusätzliche Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie die benachbarte Schule reduziert werden. Da bei neuen Projekten die Förderung umweltfreundlicher Mobilität eine wichtige Rolle spielt, wurde an der Haltestelle “Stadtmitte” ein überdachter Abstellplatz für Fahrräder eingerichtet. Dadurch wird die Kombination aus Fahrrad und Bus gezielt und attraktiv unterstützt.
Die Anbindungen im ÖPNV-Netz
Die Haltestelle „Stadtmitte“ wird derzeit von den Linien 400 (Hessisch Lichtenau <> Spangenberg <> Melsungen <> Felsberg <> Wabern <> Fritzlar), 440 (Spangenberg > Herlefeld > Pfieffe > Spangenberg) sowie 441 (Spangenberg <> Morschen) bedient. Die Linie 400 verkehrt derzeit stündlich, die Linien 440 und 441 verkehren seltener. Ab Dezember 2026 werden diese beiden Linien aber auf einen Stundentakt mit Bus und AnrufSammelTaxi (AST) gebracht. Der Stundentakt bei den lokalen Linien 440 und 441 wird finanziell durch den Schwalm-Eder-Kreis ermöglicht.
Mit dem ÖPNV durch das Stadtgebiet
Die ÖPNV-Anbindungen in der Stadt Spangenberg bringen die Menschen zu wichtigen Zielen im nahen Umland und bis nach Kassel. Ob im Berufs- oder Schulverkehr oder für Freizeit- und Ausflugsziele in der Region: Der Nahverkehr ist für Spangenberg ein wichtiges Mittel, um in der Region mobil zu bleiben. Fahrgäste können beispielsweise vom Bahnhof Melsungen nach Spangenberg reisen, um dort dem Schloss und der Altstadt mit dem bunten Fachwerkensemble einen Besuch abzustatten.
Das sagen NVV, Stadt und Kreis:
„Der Einstieg in den Nahverkehr ist und bleibt die Haltestelle. Aus diesem Grund ist es richtig und wichtig, diese so zu gestalten, dass Barrieren abgebaut werden“, sagt NVV-Geschäftsführer Marian Volmer. Besonders im ländlich geprägten Nordhessen sei es wichtig, dass Bus und Bahn von allen gleichsam genutzt werden können. „Zudem freuen wir uns, dass die Stadt Spangenberg aufgeschlossen für die neue NVV-Farbe ist, die sich gut in das Gesamtbild der neugestalteten Haltestelle einfügt.“
"Mit der Baumaßnahme ZOB wurde insgesamt eine zukunftsfähige Infrastruktur geschaffen, die den öffentlichen Nahverkehr stärkt und einen wichtigen Beitrag zur Mobilität, Lebensqualität und Sicherheit der Fahrgäste in Spangenberg leistet“, sagt Bürgermeister Andreas Rehm. „Zudem trägt die neugestaltete Haltestelle dazu bei, die bereits stündliche Anbindung durch die Linie 400 dauerhaft zu sichern und somit die Verbindung zu Bahn- und Tramstrecken zu erhalten.“
„Für Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr wird viel Geld aus öffentlichen Haushalten investiert. Ich bin der Stadt Spangenberg dankbar, dass sie sich auch in Zeiten knapper Kassen dafür einsetzt. Mit der neu gestalteten Haltestelle Stadtmitte wurde die Spangenberger Verkehrsinfrastruktur nun auf einen modernen und barrierefreien Stand gebracht. Das ist eine Investition in die Zukunft der Kommune“, sagt Landrat Winfried Becker.
Die Stadt Spangenberg und der NVV setzen mit diesen Maßnahmen auf den Ausbau eines barrierefreien und nachhaltigen öffentlichen Nahverkehrs in Nordhessen.
