Der Ausbau der barrierefreien Bushaltestellen innerhalb der Gemeinde Calden läuft auf Hochtouren. Daher freuen sich die Gemeinde Calden und der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) über die ersten Haltestellen, die im Gemeindegebiet barrierefrei umgebaut wurden. Davon profitieren Menschen mit Behinderung – ebenso wie Familien mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder Reisende mit schwerem Gepäck, die mit dem ÖPNV unterwegs sind. Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich insgesamt 28 Haltestellen, die daher nach und nach umgebaut werden.
Der barrierefreie Ausbau im Kernort
In Calden wurde im Zuge der kompletten Neugestaltung der Kreisstraße K 46 die Haltestelle “Wilhelmsthaler Straße” südlich der Einmündung des Treiswegs auf beiden Straßenseiten neu angelegt. Dabei wurden die aktuellen Standards mit 22 Zentimeter hohen Sonderborden erfüllt, die das Ein- und Aussteigen aus den Linienbussen mit Rollstuhl ohne die Nutzung einer Klapprampe ermöglichen. Zudem wurden auf jeder Seite Fahrgastunterstände und Informationsvitrinen aufgebaut.
Neben dieser wurden die Haltestellen “Rathaus” und “Terminal” in Calden ausgebaut, sowie eine Halteposition an der Haltestelle “Görlitzer Straße”. Die Haltestellen “Oberweg” und “Kaiserplatz” in Calden werden im nächsten Schritt umgebaut.
An der Wilhelmsthaler Straße in Calden gibt es zudem die Haltestelle “Gasthaus Wilhelmshöhe”. Diese konnte im Zuge des Straßenumbaus aufgrund beengter Platzverhältnisse nicht barrierefrei umgebaut werden. Sie wurde dennoch wieder eingerichtet, da diese Haltestelle zentral im Ortskern liegt und halbstündlich von der Linie 47 bedient wird. In rund 200 Metern Entfernung befindet sich dann die barrierefreie Haltestelle “Wilhelmsthaler Straße”.
Der barrierefreie Ausbau in den Ortsteilen
Neben den Haltestellen in Calden konnten bereits im Ortsteil Fürstenwald die Haltestellen “Siedlung” und “Bahnhof” barrierefrei umgebaut werden. Sie erfüllen nun ebenfalls die aktuellen Standards für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg, so dass dieser Ortsteil problemlos im öffentlichen Personennahverkehr des NVV mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen erreicht werden kann.
Im Ortsteil Ehrsten wurde bereits die Haltestelle “Konzertscheune” auf beiden Straßenseiten entsprechend ausgebaut. Die Fahrgastunterstände werden dort errichtet, sobald diese geliefert werden. Als Nächstes werden im Ortsteil Westuffeln die Haltestellen “Mitte” und “Abzweig Mühlenberg” barrierefrei umgebaut. Die Arbeiten sollen im Sommer 2026 abgeschlossen werden.
Für den Ausbau von weiteren neun Haltepositionen in vier Ortsteilen im dritten Bauabschnitt hat die Gemeinde Calden bereits einen Förderantrag gestellt. Der Planungsprozess dauert noch an.
Die Kosten für den Umbau
Der Umbau der beiden Haltepositionen an der Wilhelmsthaler Straße in Calden verlief plangemäß und geht mit einer Investition von rund 85.000 Euro einher, wobei die Pflaster- und Begleitarbeiten, die einen wesentlichen Bestandteil der Kosten einnehmen, gesondert abgerechnet werden. Für den ersten und zweiten Bauabschnitt entstehen einschließlich der Pflaster- und Begleitarbeiten Kosten von voraussichtlich rund 1,2 Millionen Euro. Für den Umbau einer einzelnen Halteposition einschließlich der Nebenkosten sind durchschnittlich 120.000 Euro bereitgestellt worden.
70 Prozent der Kosten für die Bauarbeiten zum barrierefreien Umbau in der Gemeinde Calden werden durch Hessen Mobil gefördert. Der NVV bezuschusst zudem die Planungskosten für die Haltestellen in den Ortsteilen. Für den dritten Bauabschnitt rechnet die Gemeinde Calden mit Herstellungskosten von rund 1,4 Millionen Euro.
Die Anbindungen im ÖPNV-Netz
Die Haltestelle “Wilhelmsthaler Straße” in Calden wird von der Linie 47 bedient, die einerseits Verbindungen über Espenau bis zur Tram-Endhaltestelle Vellmar-Nord schafft, und andererseits über den Flughafen Kassel-Calden bis nach Liebenau verkehrt. Montags bis freitags wird die Haltestelle im Halbstundentakt bedient, spätabends und am Wochenende im Stundentakt. In den Nächten am Wochenende verkehrt hier zudem die Nachtschwärmerlinie N49, die Anschlüsse zum nächtlichen Treffen aller Linien in Kassel an der Haltestelle Königsplatz/Mauerstraße herstellt. Ergänzend halten an dieser Haltestelle mehrere Buslinien mit schulbezogenen Fahrten.
In Ehrsten verkehrt an der Haltestelle “Konzertscheune” die Buslinie 46, die täglich im Stundentakt den RegioTram-Bahnhof in Fürstenwald mit dem Flughafen Kassel, Calden und Grebenstein verbindet. Die Nachtschwärmerlinie N49 ist hier ebenfalls unterwegs. Zudem halten hier schulbezogene Fahrten der Linie 136 nach Calden und Grebenstein.
Mit dem ÖPNV durch die Gemeinde Calden
Die ÖPNV-Anbindungen in der Gemeinde Calden bringen die Menschen zu wichtigen Zielen im nahen Umland und bis nach Kassel. Ob im Berufs- oder Schulverkehr oder für Freizeit- und Ausflugsziele in der Region: Der Nahverkehr ist für Calden ein wichtiges Mittel, um in der Region mobil zu bleiben. Dank der barrierefreien Haltestellen ist der bequeme Einstieg an einigen Stellen bereits möglich und wird in Zukunft weiter ausgebaut. Damit können Fahrgäste barrierefrei beispielsweise zum Flughafen Kassel-Calden, ins Gewerbegebiet, an die Mittelpunktschule, zum Schloss Wilhelmsthal und bis nach Kassel fahren.
„Wir haben schon in einigen Kommunen den barrierefreien Haltestellenausbau begleitet, doch die Botschaft verliert nie ihre Bedeutung: Der Einstieg in jeden Nahverkehr ist und bleibt die Haltestelle. Aus diesem Grund ist es richtig und wichtig, diese so zu gestalten, dass Barrieren abgebaut werden“, sagt NVV-Geschäftsführer Marian Volmer. Besonders im ländlich geprägten Nordhessen sei es wichtig, dass Bus und Bahn von allen gleichsam genutzt werden können. „Ein barrierefreier ÖPNV bedeutet Teilhabe - an Bildung, Arbeit, Wohnen oder Freizeit und Kultur.“
„Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen stellt einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität und Teilhabe in der Gemeinde Calden dar. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für einen gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagt Bürgermeister Maik Mackewitz.
„Mobilität darf keine Frage von Stufen oder Bordsteinkanten sein. Mit dem Ausbau barrierefreier Haltestellen schaffen wir im Landkreis Kassel mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagt Sandra Tanzer, Fachdienstleiterin für ÖPNV und Sport des Landkreises Kassel.
Die Gemeinde Calden und der NVV setzen mit diesen Maßnahmen auf den Ausbau eines barrierefreien und nachhaltigen öffentlichen Nahverkehrs in Nordhessen.
