Fahrplanauskunft

Neue Fahrzeuge zwischen Kassel und Düsseldorf ab Fahrplanwechsel unterwegs - Rhein-Ruhr-Express (RRX)-Angebot mit mehr Komfort

Zum Fahrplanwechsel startet der RE 11 Aachen - Köln - Düsseldorf - Essen - Dortmund - Hamm - Paderborn - Kassel mit 15 neuen Fahrzeugen der Firma Siemens Mobility. Damit ist ein wichtiger Schritt beim bedeutenden Schienenprojekt - dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) -  erreicht. Seit Dezember 2015  ist auf der Strecke die DB Regio unterwegs und wird am 9. Dezember vom neuen Betreiber Abellio abgelöst. Auch die für die Bestellung der Nahverkehrsleistungen auf der Schiene zuständigen Aufgabenträger wie der Nordhessische Verkehrsverbund freuen sich auf den Einsatz der ersten RRX-Fahrzeuge.

NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch ist überzeugt davon, dass ganz Nordhessen von dem RRX-Konzept profitiert: „ Zwischen Kassel und Düsseldorf bieten wir mit den neuen Zügen Fernverkehrskomfort und setzen auf zusätzliche Fahrgäste, die zwischen der Mitte und dem Westen Deutschlands unterwegs sein werden. Schon die verbesserten Angebote seit 2015 haben dazu geführt, dass die Fahrgastzahlen stetig steigen. “

Uwe Schmidt als Aufsichtsratsvorsitzender des NVV und Landrat des Landkreises Kassel begrüßt die Entwicklung ebenfalls. „Mit der komfortablen Verbindung von Kassel über Hofgeismar nach Dortmund und Paderborn steigt die Attraktivität des ÖPNV-Angebotes im Landkreis Kassel. Gute Verbindungen auf der Schiene dienen auch der Lebensqualität in ländlichen Gebieten. Daher ist der Halt des RRX in Hofgeismar ein wichtiger Aspekt für die Mobilität der Menschen im Landkreis.“

Für Dirk Stochla, den Verkehrsdezernenten der Stadt Kassel, beinhaltet das Angebot des RRX auch positive Aspekte für Kassel: „Sehr gute Zugverbindungen stärken das Oberzentrum Kassel als touristischen Standort, aber auch als Tagungs- und Konferenzstadt. Dass mit dem RRX der Weg aus und in den Westen Deutschlands noch komfortabler wird, freut uns sehr.“

Der Hofgeismarer Bürgermeister Markus Mannsbarth betont den Stellenwert des Umbaus der Bahnsteige: „ Unsere Bürgerinnen und Bürger haben weiterhin die Möglichkeit, mit dem RRX-Konzept die neuen Fahrzeuge zu nutzen. Der Umbau der Bahnsteige auf 55 cm hat dazu beigetragen, dass der Ein- und Ausstieg für die Fahrgäste der Regionalzüge, aber auch für die der RegioTram realisiert werden konnte. Nur so konnte wir dafür sorgen, dass der RRX zukünftig in Hofgeismar hält.“

Die RRX-Züge verbessern den Reisekomfort im Regionalverkehr zwischen Kassel und Nordrhein-Westfalen deutlich. Fahrgäste können an allen Türen niveaugleich ein- und aussteigen. In den Zügen finden sie hochwertige, bequeme Sitze, Steckdosen und Leseleuchten vor. Neuartige Scheiben sorgen für einen besseren Mobilfunkempfang, zudem gibt es kostenloses WLAN. Die Fahrgastinformation erscheint auf großen Monitoren. Eine transparente und übersichtliche Gestaltung sowie vollständige Videoüberwachung verbessern das Sicherheitsgefühl der Reisenden. Darüber hinaus ist der Geräuschpegel in den Fahrzeugen geringer. Damit profitieren die Fahrgäste in Nordhessen als erste von den neuen komfortablen Zügen.

Die neuen RRX-Züge bestehen aus einstöckigen End- und doppelstöckigen Mittelwagen mit insgesamt 400 Sitzplätzen. Der RRX fährt fast ausschließlich in Doppeltraktion und bietet damit 800 Sitzplätze im Regelbetrieb.Alle Wagen der RRX-Züge sind niveaugleich und ermöglichen einen barriere­freien Zugang vom Bahnsteig. Die stufenlosen Ein- und Ausstiege erleichtern zusammen mit den breiten Türen und großzügig geschnittenen Einstiegsräu­men den Fahrgastwechsel. Darüber hinaus sind die Endwagen der jeweiligen Fahrzeugmodelle speziell auf die Belange von Fahrgästen mit Rollstuhl ausge­richtet: Neben drei Rollstuhllätzen befindet sich hier eine große Universaltoilette. Zusätzlich wurde auch am Bahnhof Hofgeismar in die Barrierefreiheit investiert.Die RRX-Züge verfügen über drei Mehrzweckabteile, die sich in den beiden Mittelwagen und im Endwagen der jeweiligen Modelle befinden. In jedem Mehrzweckabteil können 6 Fahrräder abgestellt werden, sodass jedes Fahrzeug über 18 Fahrradabstellplätze verfügt.

Der Zug ist wie bisher täglich alle zwei Stunden zwischen 6 und 21 Uhr unterwegs und hält neben Kassel auch in Hofgeismar. Letzte Ankunft in Kassel ist um 23 Uhr. Entlang der Linie Richtung Düsseldorf liegt auch der Flughafen, der nach 3:13 Stunden umsteigefrei erreicht wird. Insgesamt bietet die Linie eine kürzere Fahrzeit in den Westen Deutschlands als manche ICE-Verbindung ab Kassel. So dauert es mit dem ICE nach Düsseldorf 3:45 Stunden mit Umstieg in Hannover, mit dem neuen RRX nur 3: 22 Stunden. Außerdem entsteht zwischen Kassel und Warburg  im Wechsel mit den anderen Reisemöglichkeiten vom RE17 Kassel - Hamm, IC und ICE ein Stundentakt.

Voraussetzung für die Betriebsaufnahme auf der RE 11 war die jetzt erfolgte Zulassung der Fahrzeuge vom Typ Desiro HC von Siemens Mobility durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA).

„Mit der Inbetriebnahme und Serienzulassung unseres Desiro-HC-Fahrzeugs für den Rhein-Ruhr-Express haben wir erneut unter Beweis gestellt, dass wir Megaprojekte pünktlich auf die Schiene bringen. Wir werden im Dortmunder Depot Tag für Tag dafür sorgen, dass die Züge ebenso pünktlich für den Betrieb bereitstehen und das über die gesamten Lebenszyklus hinweg“, erklärt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility.

Sie verweist insbesondere auf die technischen Neuerungen zur Sicherung der Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge:  „Wir haben die Züge mit neuesten Diagnosesystemen ausgestattet, die Abweichungen von der Regel aufdecken und es uns ermöglichen, sich abzeichnende Fehler und Störungen sowie Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und eine Reparatur vorzunehmen. Ausfälle können so vermieden und die Verfügbarkeit der Zugflotte kann garantiert werden.“

Bislang war DB Regio NRW für den Betrieb auf der Linie RE 11 zuständig, zum 9. Dezember übernimmt jetzt Abellio Rail NRW. „Der RRX ist ein ganz besonderes Projekt. Wir haben unser gesamtes Team monatelang auf die Inbe­triebnahme vorbereitet und können kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, ergänzt Sascha Zuk, Geschäftsführer von Abellio Rail NRW.

 

Hintergrundinformationen zum RRX-Konzept

Die Zweckverbände Nahverkehr Rheinland (NVR), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hatten Siemens im Jahr 2015 nach einem europaweiten Vergabeverfahren mit der Lieferung von 82 RRX-Fahrzeugen sowie der Wartung und Instandhaltung über den gesamten erwarteten Lebenszyklus von 32 Jahren beauftragt.

Die Anbindung Kassels an NRW ist Teil des  Projektes Rhein-Ruhr-Express (RRX), mit dem der Schienenverkehr im Ruhrgebiet beschleunigt und besser getaktet werden soll. Ziel ist dort ein 15-Minuten-Takt. Folgende Linien umfassen den Rhein-Ruhr-Express

- RE 11: Kassel - Paderborn - Dortmund - Düsseldorf.

- RE 1: Aachen - Köln - Essen -Hamm.

- RE 3: Dortmund - Gelsenkirchen, Oberhausen, Düsseldorf.

- RE 5: Koblenz - Köln - Düsseldorf - Wesel.

- RE 6: Flughafen Köln/Bonn - Köln - Düsseldorf - Essen - Hamm - Minden.

Die Fahrzeuge gehen in den Jahren 2019 und 2020 gestaffelt auf vier weiteren Linien in den Betrieb. Der neben Abellio Rail NRW zweite Betreiber, National Express, startet im Juni 2019 auf der Linie RE 5 (Wesel-Köln), ab Dezember 2019 auf der Linie RE 6 (Minden-Köln) und ab Dezember 2020 auf der RE 4 (Aachen-Dortmund). Im Juni 2020 geht zudem Abellio Rail NRW auf der Linie RE 1 von Aachen nach Hamm auf die Schiene.

Voraussetzung für die vollständige Realisierung des RRX-Betriebskonzepts der Zweckverbände, das auf der Hauptachse Westfalen-Ruhrgebiet-Rheinland einen 15-Minuten-Takt vorsieht, ist allerdings der Aus- und Umbau der Gleisinfrastruktur. Die Durchführung der dazu nötigen Planfeststellungsverfahren sowie die Realisierung der Baumaßnahmen „im laufenden Betrieb“ werden noch einige Jahre dauern.

Weitere Informationen und Bildmaterial zum RRX Projekt finden sich unter: www.rrx.de