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NVV unterstützt Aktionstag am 18. März und Kampagne Vorsicht Vorurteile - Alltagsrassismus hat keinen Platz im ÖPNV

Rechtsextreme Übergriffe und rassistische Diskriminierungen sind ein dauerhaftes Problem in Deutschland.  Allein im Jahr 2019 wurden bundesweit 22.342 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund erfasst. Gerade wurde der Jahrestag der Morde von Hanau begangen, und der Prozess zum Attentat auf Dr. Lübcke ist beendet. Die damit im Zusammenhang stehenden rechtsextremistischen Bestrebungen gefährden das friedliche Zusammenleben ebenso wie rassistische, antisemitische und totalitäre Ideologien und Diskriminierungen.

Tätliche Übergriffe bis hin zum Mord sind besonders sichtbare Zeichen für den Rassismus in unserer Gesellschaft. Sie sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Viele Menschen werden im Alltag aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft oder Religion, ihres Aussehens oder sonstiger rassistischer Zuschreibungen diskriminiert: beim täglichen Aufeinandertreffen auf der Straße, im Zug, im Arbeitsleben, beim Zugang zu Dienstleistungen und Wohnraum oder in der Schule. Im Alltag entsteht Rassismus oft über Vorurteile und Stereotype, die den Blick auf die Person verdecken. Für Betroffene ist diese Erfahrung verletzend. Rassismus greift die Würde eines Menschen an und hat einschneidende Konsequenzen, da er die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt.

Das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg beteiligt sich an der Kampagne „Vorsicht, Vorurteile!“ des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufenen Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Die Kampagne will auf vorhandene Voreinstellungen und Alltagsrassismus aufmerksam machen und zeigen, dass wir alle im persönlichen Umfeld rassistische Handlungen und Aussagen hinterfragen und ihnen entgegentreten können.

Die Kampagne regt an, eigene Vorurteile und Stereotype zu hinterfragen, und bietet einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit Rassismus und anderen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Nur wenige Menschen erkennen ihre eigenen rassistischen Einstellungen oder würden diese offen zugeben. Trotzdem sind wir alle von Vorurteilen und Stereotypen geprägt. Die Kampagne verdeutlicht, dass Vorurteile und Rassismus nicht nur Phänomene „bei anderen“ sind, sondern ein Teil unserer Gesellschaft. Daher liegt es auch an uns allen, diese zu erkennen und dagegen aktiv zu werden.

In Kooperation mit dem NVV und der Kurhessenbahn werden am heutigen Aktionstag Bodenaufkleber mit dem Hinweis „Zu viele gehen einfach über mich hinweg. Rassismus ist ein echtes Problem in Deutschland und fängt mit Vorurteilen an. Doch nur wer sie sich bewusst macht, kann sie überwinden.“ in den Bahnhöfen in Bad Wildungen, Korbach und Frankenberg angebracht.

„Vorurteile und rassistische Einstellungen sind überall in der Gesellschaft zu finden“, so Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Gewalttaten wie die Morde von Hanau, der Anschlag von Halle oder der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben uns auf schreckliche Weise vor Augen geführt, was der Rechtsextremismus anrichten könne. Deshalb ist es wichtig, sich mit dem Thema immer wieder auseinanderzusetzen. Sei es in der Schule, in der Presse, im Berufsleben und im Alltag.“

Auch wir haben uns der Aktion gern angeschlossen, weil wir in der Öffentlichkeit dafür werben wollen, dass Alltagsrassismus keinen Platz im öffentlichen Nahverkehr hat. Dort findet er genauso statt, wie in allen anderen Orten.  Wir müssen allen Herabwürdigungen und Bedrohungen auch in Bus und Bahn entschieden entgegentreten. Betroffen sind Fahrgäste, Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter und alle anderen Menschen, die im öffentlichen Nahverkehr aufeinandertreffen. Wenn wir dafür mehr Sensibilität schaffen, gehen wir wertschätzender miteinander um. Das sollte unser gemeinsames Ziel sein,“ so NVV-Geschäftsführer Steffen Müller.

Der NVV und die Kurhessenbahn unterstützen die Kampagne. „Als die Anfrage zur Beteiligung kam, mussten wir nicht lange nachdenken. Der DB-Konzern und somit auch die Kurhessenbahn ist offen für Vielfalt und begrüßt diese Kampagne ausdrücklich. Bei der Deutschen Bahn arbeiten Menschen aus mehr als 100 Nationen im Team erfolgreich zusammen. Wir verbinden Länder und Kulturen. Gleichberechtigte Teilhabe von allen hier lebenden Menschen ist ein Grundsatz, den wir verfolgen und unterstützen. Die kritische Überprüfung von eigenen Vorurteilen wird bereits in die Ausbildung unterschiedlicher Ausbildungsberufe integriert. Rassistische Haltungen haben in unserer Belegschaft und in unseren Zügen keinen Platz. Wir leben Toleranz und schätzen Vielfalt.“ so Jens Wrabletz.

Dr. Jürgen Römer und Ursula Müller vom Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg weisen darauf hin, dass im Rahmen der Netzwerkarbeit unterschiedliche Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Vorurteile und Rassismus, Rechtsextremismus erfolgen. U.a. werden Workshops zu den Themenfeldern an Schulen, mit Multiplikator*innen angeboten.Die im Netzwerk arbeitende Arbeitsgruppe #RegionGegenRassismus signalisiert „Hass und Diskriminierung ohne uns!“ und hat hierzu Schilder und Aufkleber gedruckt. Mit jedem Schild und Aufkleber wächst sie, bereits 250 Schilder und über 300 Aufkleber wurden verteilt. Das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg wird als Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Programms Demokratie leben! des Bundesfamilienministeriums sowie des hessischen Innenministeriums gefördert.