Fahrplanauskunft
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NVV und Landkreis Schwalm-Eder erweitern Busangebot rund um Homberg um mehr als 40 Prozent ab Dezember 2021 –- Neue Linie Homberg – Bad Hersfeld geht an den Start - Busverkehrsleistungen für fünf Linien erneut an Frölich Linie Melsungen vergeben

Nach einer europaweiten Ausschreibung des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) für den Bereich Homberg steht für insgesamt fünf Buslinien im Schwalm-Eder-Kreis das Ergebnis fest. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 ist der alte Betreiber auch der neue. Die Firma Frölich Linie aus Melsungen wird zwischen Homberg, Fritzlar, Bad Hersfeld, Melsungen und Schwalmstadt für die Vertragslaufzeit von 10 Jahren unterwegs sein.

Damit verbunden sind eine Vielzahl von Verbesserungen für die Fahrgäste, die sowohl zur Angebotsoffensive für den ländlichen Raum als auch zur Qualitätsoffensive des NVV gehören. Unter anderem entsteht eine neue Buslinie zwischen den Kreisstädten Homberg und Bad Hersfeld. Hinzu kommt eine Preisstufensenkung für diese Verbindung, so dass z.B. die Fahrt von Homberg nach Bad Hersfeld deutlich günstiger wird.

Neben 21 neuen Fahrzeugen, die bis Mitte des Jahres 2022 nach und nach erwartet werden, erweitert der NVV das Busangebot in den ausgeschriebenen Bereichen um 43 Prozent. Die Kilometerleistung steigt um 500.000 Kilometer von 1,173 Millionen (2020) auf insgesamt 1,693 Millionen. So entsteht auf den meisten Linien mindestens ein Stundentakt, Reisezeiten wurden verkürzt, Anschlüsse an Zug, Bus und RegioTram verbessert und so Kundenwünsche erfüllt.

Für Landrat Winfried Becker kommt so die Verkehrswende in Nordhessen weiter voran: „Die Angebotsoffensive für unseren Landkreis ist ein wichtiger Baustein in der ÖPNV-Entwicklung in unserem Bereich. Dass damit mehr Komfort und höchstmöglich lieferbarer Umweltstandard bei den neuen Bussen verbunden ist, werden die Fahrgäste zu schätzen wissen.“

NVV-Geschäftsführer Steffen Müller freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Partner aus der Branche: „Trotz der corona-bedingten schwierigen Umstände sind wir in der Lage, unser Buslinienangebot mit mehr Verbindungen und modernsten Fahrzeugen noch zu verbessern und auszuweiten. Für uns ist die Verkehrswende in Nordhessen kein geflügeltes Wort, sondern das Ziel unserer Arbeit. Das wird an dieser Ausschreibung besonders deutlich. Und mit den kompetenten Verkehrsunternehmen haben wir erfahrene und verlässliche Partner an unserer Seite, auf die sich unsere Kunden und der NVV verlassen können.“

Die Ausschreibung für sämtliche Linien erfolgte nach den Vorgaben des EU-Rechts. Den Zuschlag erhielten die Verkehrsunternehmen, die auf der Grundlage hoher Qualitätsanforderungen das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatten. Die Verträge werden in der Regel für 8 bis 10 Jahre ausgeschrieben.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 geht das Liniennetz in diesem Bereich mit ca. 1,693 Mio. Kilometern pro Jahr in Betrieb. Dafür werden insgesamt 21 Fahrzeuge benötigt, davon 4 Gelenkbusse; 14 Solobusse und 3 Kleinbusse, die Teil der Ausschreibung über eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren bis 2031 sind.

Die Bedienung des Wildpark Knüll sowie der Frielendorfer Ortsteile Lenderscheid, Großropperhausen und Siebertshausen werden durch die lokalen Bus- und AST-Linien 425 und 427 des Aufgabenträgers Nahverkehr Schwalm-Eder als Teil einer weiteren Ausschreibung übernommen.

Innerhalb der Ausschreibungen legt der NVV den Fahrplan, die Linienwege und die Qualität der Busse in Abstimmung mit den jeweiligen Partnern fest. Dazu gehören auch Vorgaben zum Lohnniveau. Die Ausschreibungsgewinner sind verpflichtet, Busfahrer und Busfahrerinnen nach dem tarifvertraglich vereinbarten Niveau für das private Omnibusgewerbe des Landesverbandes Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) zu entlohnen.

Die Fahrzeuge, die der NVV für die Bedienung der fünf Linien verlangt, sind dann voll klimatisiert, verfügen über mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen und haben standardmäßig niederflurgerechte Einstiege. Da die meisten Fahrzeuge ab Mitte nächsten Jahres neu sind, entsprechen sie den neusten Sicherheitsstandards. Dazu gehören z.B. Abbiegeassistenten, Kameraüberwachung, ABS-Systeme, Antischlupfregelung sowie zahlreiche weitergehende Sicherheitsmerkmale. Außerdem sind die Fahrgäste mit Fahrzeugen unterwegs, die den neuen Gestaltungsrichtlinien des NVV entsprechen, eine komfortablere Raumaufteilung haben, um so den veränderten Kundenwünschen Rechnung zu tragen.

Dafür hat der NVV gemeinsam mit den lokalen Nahverkehrsgesellschaften in der Region entschieden, künftig bei allen Fahrzeugen auf eine Optik zu setzen, die harmonisch zur nordhessischen Hügellandschaft passt. Neben der grün-weißen Farbgestaltung kommen dabei auch kleine Elemente wie illustrative Märchenfiguren zum Einsatz, die die Verbundenheit mit der Region unterstreichen und für eine gemeinsame Identität sorgen. Die Sitze, der Boden und der Himmel der Fahrzeuge sind farblich ruhig und elegant gehalten und lehnen sich wie auch die Außengestaltung an die NVV-Farbwelt an.

Zur besseren Information der Fahrgäste bietet ein Fahrgastinformationssystem durch Bildschirme in den Bussen die Details des Linienverlaufs. Eine entsprechende Innenraumgestaltung bietet sehbehinderten Fahrgästen durch die kontrastreiche Gestaltung eine bessere Orientierung.

Darüber hinaus setzt der NVV neben Komfort und Information auch auf eine klimaschonende Ausstattung. Daher werden die Busse über den höchstmöglichen lieferbaren Umweltstandard für den Dieselantrieb verfügen und so den Schadstoffausstoß weiter reduzieren. Dies gilt auch für Gelenkbusse sowie auf Fahrzeugen, die nur an wenigen Stunden am Tag im Einsatz sind, hier sind die gleichen hohen Anforderungen zu erfüllen.

Der Einsatz von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen im Überlandbereich ist aufgrund der begrenzten Reichweite einer Batterieladung (ca. 300 bis 400 km) und der verhältnismäßigen langen Ladezeit derzeit noch nicht umsetzbar. Für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge besteht noch keine ausreichend ausgebaute Tankinfrastruktur. Daher setzt der NVV derzeit noch auf moderne Dieselfahrzeuge mit bestmöglicher Abgasreinigung. Diese ist im Nutzfahrzeugbereich um ein Vielfaches besser als beim privaten PKW.

Die Veränderungen auf den jeweiligen Buslinien haben unterschiedliche Ausprägungen und sind in der folgenden Aufstellung nach Besonderheiten und Änderungen für die Fahrgäste sortiert:

  • Linie 420 (neu) Homberg (Efze) – Knüllwald – Neuenstein – Bad Hersfeld 
    Diese Linie bietet ein völlig neues, wochentags stündliches Verkehrsangebot zwischen Homberg (Efze) und Bad Hersfeld über Knüllwald und Neuenstein. Samstags, sonn- und feiertags besteht ein 2-Stunden-Takt. Am Busbahnhof Homberg (Efze) bestehen gute Anschlüsse von/zur Linie 450 nach Wabern und Fritzlar.In Bad Hersfeld entstehen kurze Übergänge und Verknüpfungen an die Regionalexpresszüge Richtung Fulda / Frankfurt. Die Preisstufen auf dieser Relation werden zum Teil deutlich gesenkt, z. B. von Homberg (Efze) nach Bad Hersfeld von Preisstufe 8 auf Preisstufe 6.
  • Linie 450 Fritzlar - Wabern – Homberg (Efze)
    An allen Tagen besteht weiterhin der Stundentakt, zwischen Wabern und Homberg an Wochentagen sogar ein 30-Minuten-Takt. Innerhalb des Kernorts Wabern werden jetzt regelmäßig die Haltestellen Mitte (Standort des Rathauses und Nahversorgung) und Feuerwehr bedient und damit besser erschlossen. Darüber hinaus entstehen in Homberg verlässliche Anschlüsse zur Linie 420 in Richtung Bad Hersfeld.
     
  • Linie 490 Melsungen – Malsfeld-Ostheim – Homberg (Efze) – Frielendorf – Schwalmstadt
    Die direkte, stündliche Verbindung zwischen Melsungen, Homberg (Efze), Frielendorf und Schwalmstadt besteht jetzt täglich. Zwischen Melsungen und Homberg (Efze) nimmt diese Linie jetzt einen noch direkteren Linienweg, die Fahrzeit wird auf 23 Minuten verkürzt, und die Preisstufen zwischen Melsungen und Homberg werden von 5 auf 4 gesenkt. Abends und am Wochenende hat diese Linie Bedarfshalte in Frielendorf-Leimsfeld, Gebersdorf, Allendorf, Verna, Sondheim und Wernswig. In Schwalmstadt-Treysa bindet die Linie nun Hephata an.
    Der Kernort Malsfeld wird nur noch zu Schulzeiten von der Linie 490 bedient, dafür wurde dort das Angebot auf der Linie 491 erweitert.
    Der Streckenabschnitt Melsungen Bahnhof bis Schwarzenberger Weg entfällt, da nun hier das Stadtbus- und MegMobil-Angebot besteht.
  • Linie 491 Melsungen – Malsfeld – Knüllwald – Homberg (Efze)
    Das Fahrplanangebot mit AnrufSammelTaxi wurde zwischen Malsfeld, dem Beisetal und Homberg (Efze) deutlich erweitert, am Wochenende besteht jetzt auch ein Stundentakt.
  • Linie 493 Homberg (Efze) – Frielendorf – Schwalmstadt
    Die Ortsteile Frielendorf-Allendorf und -Verna und die Homberger Stadtteile Sondheim und Wernswig sowie das Freizeitgelände Silbersee werden jetzt tagsüber stündlich durch einen Kleinbus der Linie 493 bedient, zeitweise ist eine Buchung als AnrufSammelTaxi erforderlich.

Zusammengefasst ergeben sich folgende wichtige Verbesserungen rund um Homberg:

  1. Auf den Linien 450 und 490 wird ab Dezember 2021 an allen Tagen der Stundentakt eingeführt. Die neue Linie 420 hat montags bis freitags Stundentakt, samstags, sonn- und feiertags 2-Stunden-Takt. Die Linien 491 und 493 verkehren im Stundentakt, hier wechseln Bus- und Anruf-Sammeltaxibedienung.
  2. Die Zahl der Gelenkbusse wird von 2 auf 4 erhöht, daher werden auch im Schülerverkehr mehr Kapazitäten geschaffen. Zusätzlich wurden für Schwalmstadt und Melsungen die Zahl der schulbezogenen Anfahrten erhöht.
  3. Mit der neuen Direktverbindung Homberg – Bad Hersfeld entsteht erstmals eine ÖPNV-Verbindung ohne Umsteigen.
  4. Die stündliche, schnelle, Verknüpfung Melsungen – Homberg gibt es jetzt auch samstags sowie an Sonn- und Feiertagen. Die Preisstufe wurde auf dieser Relation von 5 auf 4 gesenkt.
  5. Der Stundentakt besteht auch am Wochenende zwischen Homberg, Frielendorf und Schwalmstadt, dort abends und am Wochenende mit Hilfe einer bedarfsgesteuerten Bedienung der Dörfer Leimsfeld, Gebersdorf, Allendorf, Verna, Sondheim, Wernswig durch den Bus, der per Internet oder Telefon gebucht werden kann.