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NVV gibt Machbarkeitsstudie zur Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Obervellmar – Wolfhagen in Auftrag – Emissionen weiter reduzieren

Bisher sind die Züge zwischen Kassel und Wolfhagen mit Dieselantrieb unterwegs. Ob es dazu Alternativen für die Zukunft gibt, will der Nordhessische Verkehrsverbund mit einer Untersuchung herausfinden. Dabei geht es um die Möglichkeit, weitere Schienenstrecken zu elektrifizieren, um dort auf den Einsatz von Dieseltriebwagen zu verzichten und andere Fahrzeuge einsetzen zu können. Denn auch im Schienenpersonennahverkehr lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasen und anderen Emissionen so reduzieren.

Als ersten Schritt wird der Verkehrsverbund kurzfristig eine Machbarkeitsstudie für die 25,5 Kilometer lange Strecke Obervellmar - Wolfhagen in Zusammenarbeit mit der Kurhessenbahn in Auftrag geben. Ziel der Studie wird es sein, die Möglichkeiten einer Elektrifizierung unter den gegebenen baulichen und topografischen Verhältnissen abzuschätzen, finanziell zu bewerten und einen möglichen Zeitplan zu erstellen.

Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/GRÜNE) begrüßte die Initiative und verwies darauf, dass Deutschland bei der Elektrifizierung seines Streckennetzes mit einem Anteil von etwa 60 % großen Nachholbedarf hat. “Da die Elektrifizierung der Eisenbahn schon vor über 100 Jahren begonnen hat, würden wirklich bedeutsame Fortschritte bei der weiteren Elektrifizierung in Deutschland viel zu lange dauern, wenn das bisherige Tempo beibehalten würde. Die Schweiz hat seit Jahrzehnten die Elektrifizierung ihres Netzes fast komplett abgeschlossen. Die Bundesregierung muss nun ernst machen und jetzt mindestens die in der Koalitionsvereinbarung genannte Zielgröße von 70 % durch ein entsprechendes Förderprogramm zügig angehen. Das wäre auch ein Beitrag, die Schadstoffbelastungen in unseren Städten zu senken.“

NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch unterschrieb in dieser Woche eine entsprechende Vereinbarung mit der Kurhessenbahn, die als Infrastrukturbetreiber die Studie in Auftrag geben wird. Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen. „Wir wollen das Dieselnetz und damit auch die belastenden Abgase reduzieren“ betonte Rausch. „Besonders wichtig ist uns, dass es dann keiner RegioTram-Fahrzeuge mehr bedarf, die neben einem Elektro- auch einen Dieselmotor haben.“ Aber auch die Kurhessenbahn, die nach Korbach fährt, würde mittelfristig von der Elektrifizierung profitieren, wenn es entsprechende Fahrzeuge gibt, die Batterien unter Strom fahrend aufladen und dann den Abschnitt von Wolfhagen nach Korbach im Batteriebetrieb bewältigen können.

Joachim Kuhn, Sprecher der Kurhessenbahn, erläuterte dazu, dass die Kurhessenbahn plant, einen Teil ihrer modernisierten Fahrzeugflotte zu einem Diesel-Hybrid-Fahrzeug umzubauen, um auf elektrifizierten Strecken mit Strom und auf einen Teil der Strecke mit Batterieantrieb zu fahren: „Dadurch wird der Einsatz des Dieselmotors weitgehend ersetzt und der Verkehr wird leiser und umweltfreundlicher“.

Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen in der Machbarkeitsstudie untersucht:

      • Dämme wegen der Gründung von Mastfundamenten
      • Böschungen wegen der Gründung von Mastfundamenten
      • Eisenbahnbrücken (Erdung und Statik wegen neuer Maststandorte)
      • Erdung der vorhandenen Anlagen
      • Straßen- /Wegeüberführungen
      • Gleisabstände in Bahnhöfen, um Masttrasse mit Sicherheitsabstände einzupassen
      • Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikation (Beeinflussung, Signalsichten, Abstände zu Signalen und Bahnübergängen)
      • Baugrund an der Strecke und Abschätzung des technischen Aufwands für Gründung
      • Zierenberger Tunnel falls besondere Konstruktion erforderlich
      • Energieversorgung der Strecke
      • Schnittstelle im Bahnhof Obervellmar

Die Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich im Sommer abgeschlossen sein, so dass damit dann die Grundlagen für die weitere Verfolgung des Projektes vorliegen werden.