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Ein besonderer Tag in Nordhessen: 12.12. - 12:00 Uhr - die Stadtbahnhof-Ära beginnt in Eschwege

Veröffentlicht am: 11.12.2009

Wenn am dritten Advent der neue Fahrplan in Kraft tritt, hat Eschwege einen besonderen Grund zu feiern. Mit der Eröffnung des neuen Stadtbahnhofes ist die Kreisstadt nach fast einem Vierteljahrhundert wieder direkt an das Bahnnetz angebunden. Außerdem gibt es viele zusätzliche Verbesserungen für den Busverkehr in und um Eschwege.

Buntes Programm zur Eröffnung

Am Samstag, 12. Dezember wird Punkt 12 Uhr der erste offizielle Zug in den Bahnhof einfahren und nach 8960 Tage die bahnlose Zeit in Eschwege beenden. Zur Begrüßung des ersten Zuges durch den Bürgermeister und die Bürgerinnen und Bürger lädt der NVV herzlich ein. In Eschwege wird an diesem Tag Bahnhofsgeschichte geschrieben, denn in den letzten Jahren ist es in Deutschland selten geworden, einen neuen Bahnhof samt einer neuen Strecke als Kopfbahnhof direkt in die Stadt zu bauen.

Den ganzen Tag über wird wegen diesem historischen Ereignis ein vielfältiges Programm geboten. Nach der Begrüßung des ersten Zuges, Eröffnungsreden und einer Zugtaufe haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, bei vorweihnachtlichen Leckereien den Bahnhof zu erkunden oder sich auf dem Weihnachtsmarkt zu vergnügen. Dazu gibt es eine Rallye mit Gewinnspiel.

Das neue Mobilitätsangebot lässt sich bei kostenlosen Schnupperfahrten zwischen den neuen Eschweger Haltepunkten Niederhone und Stadtbahnhof schon mal ausgiebig testen. Es wird tolle Programmpunkte für Groß und Klein geben. Dazu gehören ein umfangreiches Kinderprogramm mit Plätzchen backen, einer Fotoaktion im Fahrerstand des cantus-zugs und Kreativstationen zum Mitmachen.

Der Besuch des Hessentagspärchens und kleine Musikstücke des heimischen Kinderchors, des Oberstufenchors sowie der Gruppe Jazz Affairs runden das Programm ab. Den Nachmittag beenden wir mit einem stimmungsvollen Feuerwerk.

Und das Beste: Zur Feier des Tages sind alle Fahrgäste mit der Linie R7 an diesem Tag im gesamten NVV-Gebiet kostenlos unterwegs!

 

Hintergrundinformationen

Streckenreaktivierung nach 10 Jahren Planung

Seit im Jahr 1985 der letzte Personenzug die Stichstrecke in die Eschweger Innenstadt befuhr, ist die einzige Anbindung der Stadt an den Schienverkehr der Bahnhof Eschwege-West. Dieser liegt fünf Kilometer vom Zentrum entfernt. Mit dem Ziel, Reisezeit und -komfort deutlich zu verbessern, nahmen der NVV, die Stadt Eschwege und die Deutsche Bahn AG im Jahr 1999 Verhandlungen auf.

Der erste Spatenstich zu den Reaktivierungsbauarbeiten erfolgte am 19. September 2008 in Eschwege-Niederhone. Die alte Bahnstrecke wurde seither durch die HLB Basis AG von der Deutschen Bahn AG gekauft, instand gesetzt und elektrifiziert. Zudem wurden auch die Bahnübergänge mit moderner Signal- und Sicherungstechnik ausgestattet. Neu gebaut wurde die Nordkurve, die nun auch eine direkte Zufahrt der aus Richtung Göttingen und Kassel kommenden Züge nach Eschwege ermöglicht. Auch der Haltepunkt Eschwege-Niederhone wurde völlig neu errichtet.

Insgesamt werden in die Reaktivierung rund 16 Millionen Euro investiert. Die Strecke kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h befahren werden. Die Baumaßnahme wird durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert, einen Teil der Kosten trägt die HLB Basis AG.

Für den Bau der Bahnanlagen konnte ein Eschweger Unternehmen gewonnen werden, das sich bei der europaweiten Ausschreibung in einer Bietergemeinschaft durchgesetzt hat. Damit sorgen erneut Infrastrukturmaßnahmen für den Öffentlichen Personennahverkehr für Aufträge in der heimischen Bauindustrie, sichern und erhalten Arbeitsplätze in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Ergänzt wird das Bauvorhaben der HLB Basis AG durch die Aktivitäten der Kreisstadt Eschwege: Am Haltepunkt in Niederhone wurde eine Park+Ride-Anlage errichtet. Am Eschweger Stadtbahnhof entstanden ein zentraler Omnibusbahnhof, ein neues Empfangsgebäude mit integrierter Bike & Ride-Anlage und großem Bahnhofsvorplatz, ein Park & Ride-Platz sowie ein Parkhaus.

All diese Maßnahmen steigern die Attraktivität des ÖPNV-Angebotes. Gleichzeitig sind wesentliche Verbesserungen für den Autoverkehr durch den Umbau der problematischen Bahnhofsstraßenkreuzung zu einem Kreisel und durch den Neubau der Verbindung des Schützengrabens zur Niederhoner Straße entstanden.

Modernes Bahnhofsumfeld

Der Stadtbahnhof Eschwege befindet sich neben dem früheren Bahnhof. Fünf Bussteige in unmittelbarer Nähe des Bahnsteigs ermöglichen einen bequemen Umstieg zwischen Bus und Bahn. Im neu errichteten Empfangsgebäude können die Fahrgäste im NVV-Kundenzentrum Fahrkarten erwerben oder erhalten Informationen rund um den ÖPNV in Nordhessen. Eine Bäckerei lädt zur Stärkung vor oder nach der Zugfahrt ein.

Das gesamte Bahnhofsgelände ist barrierefrei angelegt, so dass auch Reisende mit Behinderung und Personen mit Kinderwagen oder Gepäck problemlos zu ihrem Zug gelangen. Wenn Fahrgäste mit dem Auto oder umweltbewusst mit dem Fahrrad zum Stadtbahnhof gelangen, kann im Parkhaus, auf Kurzzeitstellplätzen oder in der Fahrradabstellanlage kostenlos geparkt werden.

 

Viele Vorteile für Eschwege

Von dieser Verbesserung profitieren die Eschweger sowie alle NVV-Kunden in Form eines deutlich verbesserten Angebotes. Parallel zur Inbetriebnahme des zentral gelegenen Stadtbahnhofs wurde auch das Fahrplankonzept der Linie R7 überarbeitet.

Die Reisezeiten verkürzen sich hierdurch in vielen Fällen deutlich. Nach Kassel und Göttingen jeweils um gut 20, nach Frankfurt sogar um 40 Minuten. Speziell als Pendler profitieren Sie von den verbesserten Anschlüssen in Göttingen, Eichenberg, Fulda und Bebra. Auch die Taktdichte nimmt zu. So haben Sie ab dem neuen Fahrplan zu den Hauptverkehrszeiten jede Stunde die Möglichkeit, zwischen Eschwege und Göttingen bzw. Eschwege und Bebra zu verkehren.

Auch der Busfahrplan wurde auf das verbesserte Bahnangebot abgestimmt, so dass die Fahrgäste die idealen Umsteigebedingungen, die der neue Bahnhof bietet, effektiv nutzen können. Fuhr bisher nur eine Stadtbuslinie zum Bahnhof Eschwege-West, so ist der Stadtbahnhof nun gleich mit drei Stadtbuslinien zu erreichen.

Von den Ortsteilen Niddawitzhausen, Eltmannshausen und Oberhone aus erreichen ÖPNV-Kunden den neuen Haltepunkt Eschwege-Niederhohne direkt mit der Linie 3. Auch wichtige regionale Buslinien fahren den neuen Stadtbahnhof Eschwege an und stellen somit attraktive Umsteigeverbindungen her. So erreicht man den Stadtbahnhof direkt aus Richtung Hessisch Lichtenau, Mühlhausen (jeweils Linie 200), Weißenborn (Linie 78), Eisenach (Linie 236), Wanfried oder Ringgau.

 

 

 


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