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Ein Jahr cantus im Nordost-Hessennetz

Veröffentlicht am: 11.12.2007

10.12.2007 Verkehrsangebot entwickelt sich zum Rückgrat des nordhessischen Schienenverkehrs - Nach einem Jahr Belastungsprobe ziehen alle Beteiligten ein positives Fazit Mit 20 neuen, komfortablen Regionaltriebzügen der Fa. Stadler ist die cantus Verkehrsgesellschaft GmbH am 10. Dezember 2006 an den Start gegangen.

Auftraggeber dafür waren der Nordhessische Verkehrsverbund sowie drei weitere Aufgabenträger aus den angrenzenden Bundesländern. Die Züge sind seitdem im nordöstlichen Bereich Nordhessens zwischen Kassel, Göttingen, Bebra, Fulda und Eisenach unterwegs.

 

Inzwischen sind die „FLIRTs“ (Flinker, leichter, innovativer Regionaltriebzug) über 3,6 Millionen Kilometer gefahren und die Resonanz der Fahrgäste ist ausgesprochen positiv. Ausschlaggebend für diese Einschätzung sind für den NVV die Ergebnisse aus dem Qualitätsmanagementsystem. Dort können sich die Kunden über Verspätungen, Qualität und Service von Verkehrsdienstleistungen im gesamten Nordhessischen Verkehrsverbund beschweren.

 

Mehr zufriedene Kunden

Das zeigt sich besonders in der NVV-Beschwerdestatistik, denn die Fahrgäste beschweren sich deutlich weniger. Haben sich vor dem Fahrplanwechsel 2006 pro Tag 80 bis 150 Fahrgäste beschwert, waren es im November 2007 noch 30. Nach einem Jahr gibt es im Nordost-Hessennetz mehr zufriedene Fahrgäste.

 

Die Beschwerden beziehen sich in der Hauptsache auf Verspätungen, da die Kunden hier eine Fahrgelderstattung erhalten können (5-Minuten-Garantie). Im Vergleich zum alten Betreiber zeigte sich schon am Anfang, dass es Verbesserungen für die Kunden gab, obwohl gerade in den ersten 100 Tagen einige Anfangsschwierigkeiten bewältigt werden mussten. Neben kleineren, technischen Problemen, wie dem Kup-peln und Entkuppeln musste sich auch ein neuer Fahrplan bewähren, der unter dem Sparzwang - verursacht durch die Kürzungen der Regionalisierungsmittel – beim NVV entstanden war.

 

„Trotz dieser widrigen Umstände haben sich Angebot, Betreiber und Fahrzeug bewährt“, so die Einschätzung von Wolfgang Dippel, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes. „Auch die gute Auslastung in den Hauptverkehrszeiten und im Freizeitverkehr weisen darauf hin, dass unsere Kunden das Angebot annehmen “, so Wolfgang Dippel.

 

Pünktlichkeit

Für Veit Salzmann, Geschäftsführer der cantus Verkehrsgesellschaft GmbH, basiert die positive Bilanz auch auf der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge: „Wir haben so gut wie keine Ausfälle und nur wenige Verspätungen. Und selbst wenn Verspätungen entstehen, können einige Minuten durch die gute Beschleunigung der Züge herausgeholt werden!“

 

Daher hat auch die Pünktlichkeit deutlich zugenommen. Waren es vor dem Fahrplanwechsel gerade mal 80 bis 85 Prozent, so sind es heute durchschnittlich 95 Prozent der 150 Züge pro Tag, die pünktlich unterwegs sind.

 

Fahrgastzahlen

Bei den Fahrgastzahlen liegen noch keine Ergebnisse vor, da die geplante, umfang-reiche Zählung für das ganze Netz wegen des Streiks der GDL verschoben werden musste. Sie beginnt im Frühjahr 2008 und erste Trends liegen vermutlich im Sommer nächsten Jahres vor. Allerdings lässt die besonders gute Auslastung der Fahrzeuge im Freizeitverkehr an den Wochenenden z.B. auf der Strecke zwischen Göttingen und Fulda den Schluss zu, dass die Fahrgäste das Angebot gut annehmen.

 

Investitionen und Infrastruktur

Im Zusammenhang mit der Ausschreibung des Nordost-Hessennetzes wurden 130 Millionen Euro in die Fahrzeuge und den Ausbau der Infrastruktur wie Bahnhöfe und Gleisanlagen investiert. Diese Summe sorgte für Aufträge innerhalb Deutschlands, aber auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen in Nordhessen. Einige Komponenten kommen aus der Region, so z.B. die Faltenbälge für die Gelenke der mehrteiligen Züge von der Fa. Hübner aus Kassel. Außerdem waren und sind hiesige Baufirmen an der Modernisierung der Bahnhöfe in Hannoversch Münden, Melsungen, Melsun-gen, Alheim-Heinebach, Altmorschen, Lispenhausen, Witzenhausen, Gertenbach und Bad Sooden-Allendorf beteiligt.

 

Für den Fahrplanwechsel 2010 plant der NVV gemeinsam mit der Stadt Eschwege und der Hessischen Landesbahn eine weitere Station in Betrieb zu nehmen. Eschwe-ge soll bis dahin wieder einen zentralen Stadtbahnnhof erhalten.

 

Zurzeit wird im südlichen Bereich des ICE-Bahnhofes Kassel-Wilhelmshöhe eine neue Werkstatt zur Wartung und Reparatur der cantus-Fahrzeuge gebaut. Hier setzen überwiegend nordhessische Firmen das Investitionsvolumen in Höhe von 7,5. Millio-nen Euro um. Einweihung wird voraussichtlich im nächsten Sommer sein. Damit kur-belt ein gut ausgebauter Nahverkehr die Wirtschaft in Nordhessen an.

 

Neben der RegioTram ist das Nordost-Hessen-Netz somit ein weiteres Projekt für die Region, bei dem der NVV Innovation, Kundenfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit unter Beweis stellt.

 

Fahrplanwechsel 2007

Um die bisherigen und neuen Kunden über Fahrpläne, Anschlüsse und Taktfrequenz auch zu diesem Fahrplanwechsel am 9. Dezember auf dem Laufenden zu halten, wurde wieder ein umfangreiches Informationspaket geschnürt. Dazu gehören 22 Orts- und Linienflyer, die an allen wichtigen Punkten in der Region Nordosthessens und seinen angrenzen Gebieten ausliegen, aber auch bei Veranstaltungen, in den Fahrzeugen und an Haltestellen von Servicekräften verteilt werden.

 

Plakate und Presseinformationen runden die Kampagne ab. Sämtliche Medien sind natürlich auch im Internet unter www.nvv.de verfügbar. Telefonische Auskünfte gibt es am ServiceTelefon des NVV 0180-234-0180 oder im RMV-Gebiet über die Hotline 01805/ 768 46 36 (rmvinfo). Informationen rund um cantus sind unter der Telefon-nummer 0561-930 74 50 und im Internet über www.cantus-bahn.de erhältlich.

 

Hintergrundinformation

Unter der Federführung des NVV haben die Auftraggeber bestehend aus NVV, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV) und dem Freistaat Thüringen im Jahr 2004 Nahver-kehrsleistungen von jährlich ca. 3,6 Mio. Zugkilometern auf den Strecken Göttingen - Kassel - Bebra - Fulda, Göttingen - Eschwege - Bad Hersfeld und Bebra – Eisenach ausgeschrieben. Damit wurde der gesetzlichen Vorgabe der Europäischen Union und des hessischen Gesetzgebers Rechnung getragen.

 

Aus dem Wettbewerb ging die neu gegründete cantus Verkehrsgesellschaft mbH, gemeinsame Tochter der Hessische Landesbahn GmbH und der Hamburger Hochbahn AG, als Gewinner hervor. Die Gesellschafter sind die in Hamburg ansässige BeNEX GmbH, eine Tochter der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) zu 50 Prozent und die Hessische Landesbahn GmbH (HLB) aus Frankfurt zu ebenfalls zu 50 Prozent. Die Hessische Landesbahn GmbH ist am Standort Kassel bereits seit langem mit Nordhes-sen verbunden. Mit der Fulda Bus GmbH ist die BeNEX GmbH ebenfalls in Hessen tä-tig.

 

cantus setzt den FLIRT auf den Strecken ein. Das hochmoderne Fahrzeug ist auf den ersten Blick am auffälligen Design erkennbar. Von den 20 neuen Zügen sind vierzehn 3-teilige und sechs 4-teilige Triebwagen auf den Strecken unterwegs. Die Fahrzeuge verfügen über modernste Technik, bequeme Sitze und Klimatisierung. Dank des ge-räumigen Mehrzweckbereiches ist in jedem Zug ausreichend Platz für Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle und große Gepäckstücke.

 

Daten und Fakten

Betriebsaufnahme: 10. Dezember 2006

Vertragsdauer: 10 Jahre (12/2006 bis 12/2016)

Netzgröße: 287 km

Zug-Kilometer: 3,6 Mio. jährlich von insgesamt 6,8 Millionen im NVV

Fahrzeug: 20 FLIRT von Stadler, Berlin-Pankow

Mitarbeiter: 85, eingesetzt als Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter und in Werkstatt, Betriebsleitung und Verwaltung

 

Bediente Linien:

R1 Göttingen – (Neu-) Eichenberg – Kassel

R5/RMV-Linie 51 Kassel – Bebra – Fulda

R6 Bebra – Eisenach

R7 Göttingen – Eschwege-West – Bebra – Fulda

 

 


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