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Wiedereröffnung der Bahnstrecke Korbach - Willingen

Veröffentlicht am: 07.12.2003

Die Deutsche Bahn und der Nordhessische VerkehrsVerbund nehmen die Strecke am 16. Dezember wieder in Betrieb

Frankfurt am Main, 16. Dezember 2003

Im Beisein von Helmut Eichenlaub, Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Dr. Thomas Kortenhaus vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Thomas Rabenmüller, Geschäftsführer des Nordhessischen VerkehrsVerbundes, und Dr. Rudolf Göbertshahn, Beauftragter der Konzernleitung der DB AG für das Land Hessen, konnte Joachim Kuhn, Geschäftsführer der Kurhessenbahn, den Betrieb auf der Strecke Korbach- Willingen im Rahmen einer Eröffnungsfahrt wieder freigeben.

Gemeinsam packen wir´s:
(v.l.n.r.)

Dr. Thomas Kortenhaus,

Helmut Eichenlaub,

Dr. Rudolf Göbertshahn,

Lutz Klein,

Thomas Rabenmüller


Die Fahrtzeit verkürzt sich zwischen Brilon Wald und Korbach von 46 auf 33 Minuten. Die Kurhessenbahn setzt auf diesem Abschnitt Nahverkehrstriebwagen der Baureihen 628 und 646 ein.

Im November 1999 musste der Eisenbahnbetrieb aufgrund von Bauwerksmängeln an den Viadukten in Usseln und Willingen eingestellt werden. Der Schienenverkehr nach Willingen war nur noch über Brilon Wald möglich. Alle damals bekannten Varianten zur Sanierung der Viadukte machten eine wirtschaftliche Wiederinbetriebnahme unmöglich.

Der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) und die Kurhessenbahn konnten jedoch in einem Infrastrukturvertrag ein Erhaltungs- und Finanzierungsmodell auf den Weg bringen, welches den Erhalt der Eisenbahnstrecke zwischen Korbach und Willingen ermöglichte.
Mit dem Abschnitt Brilon Wald - Korbach kann nun ein erstes Teilstück des Gesamtkonzeptes für den Ausbau von Brilon Wald nach Kassel eröffnet werden. Die Strecke im Willinger Upland ist auch Pilotstrecke der DB AG für eine neue Leit- und Sicherungstechnik, die 2004 in Betrieb genommen werden soll.

Die Baukosten betragen 20 Millionen Euro, davon wurden Aufträge im Wert von 7,4 Millionen Euro an Unternehmen der Region vergeben. 15 Millionen Euro kostete die Sanierung der Viadukte Rhena, Bömighausen, Usseln und Willingen, 1,7 Millionen Euro werden in eine moderne Leit-und Sicherungstechnik investiert und 900.000 Euro wurden für die Anpassung der Bahnübergänge aufgewandt. Der Einbau neuer Y-Schwellen schlägt mit 2,4 Millionen Euro zu Buche.

Das Sanierungsverfahren der Viadukte am Beispiel Willingen
Bei ersten umfangreichen Untersuchungen stellte man fest, dass die Außenhülle aus Naturstein durch Wasser- und Frostschäden im Laufe der Jahre marode geworden war. Die mittragende Außenhülle war mittlerweile so geschädigt, dass die Gesamtkonstruktion des Bauwerkes hinsichtlich Statik bzw. Standsicherheit gefährdet war.

Bevor jedoch mit der Streckensperrung im Jahr 1999 das letzte Kapitel des Bauwerkes eingeleitet schien, waren schon Schutzgerüste aus Stahlträgern und Holzbohlen in die Gewölbebögen eingezogen bzw. Steinschlagschutznetze an den Pfeilern gespannt worden, da herabfallende Steine aus der Außenhülle die Sicherheit der Kraftfahrzeug- und Fußgängerverkehrs gefährden.

Die Außenhülle in der bestehenden Form neu aufzubauen war aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar. Die Kurhessenbahn konnte mit einem Ingenieurbüro aus Kassel eine Sanierungsmethode für Bauwerke dieser Art weiterentwickeln um die Standfestigkeit wieder herzustellen.
Dabei werden die Pfeiler mit vertikalen Bohrungen von 80 mm Durchmesser bis in die Fundamente und die Gewölbebögen mit waagerechten Bohrungen mit 30 mm Durchmesser versehen. Diese Löcher werden anschließend mit einer feinen Zementsuspension in einem speziellen Druckverfahren gefüllt, was nach dem Aushärten für eine neue Festigkeit sorgt. Die Außenfassade wird mit Wasserdruck von 2000 bar gereinigt und loses Gestein abgetragen. Anschließend wird mit Spritzbeton eine neue Außenhülle hergestellt.

Darüber hinaus wird der komplette Überbau mit Abdichtung und Entwässerung der Brücke erneuert . Moderne ypsilonförmige Stahlschwellen ersetzen den Oberbau, dessen Schwellen aus dem Jahr 1916 und dessen Schienen aus dem Jahr 1960 stammen.

Das Usselner Viadukt wurde bereits in 2002 nach dem oben beschriebenen Verfahren saniert, das Willinger Viadukt und die kleineren Viadukte in Rhena und Bömighausen wurden in 2003 grundhaft erneuert. Die Arbeiten an den Viadukten werden im Sommer 2004 abgeschlossen sein.

Gerd Felser
Deutsche Bahn AG
Pressesprecher für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Tel. 069 265 24911
Fax 069 265 24915

Medienbetreuung@bahn.de
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